Pressemitteilungen

Stuttgart, 2. Novermber 2016

Digitale Lehre: Bayerische und baden-württembergische Universitäten lehnen

Beitritt zur Rahmenvereinbarung der VG Wort ab

Die Rektoren, Präsidentinnen und Präsidentender baden-württembergischen und bayerischen Universitäten haben sich am 14.10.2016 auf einer gemeinsamen Sitzung in München entschieden gegen einen Beitritt zu der vor kurzem zwischen Kultusministerkonferenz und Verwertungsgesellschaft Wort abgeschlossenen Rahmenvereinbarung ausgesprochen. Danach dürfen in Lehrveranstaltungen ab Januar 2017 elektronische Auszüge aus Büchern und wissenschaftlichen Zeitschriften den Studierenden nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn jeder Textausschnitt einzeln an die VG Wort gemeldet und abgerechnet wird.

„Das ist ein unglaublicher Aufwand, den unsere Lehrenden nicht leisten können“, sagte die Vorsitzende der bayerischen Universitätenkonferenz, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, der Stuttgarter Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel, erklärte hierzu: „Wir bedauern diese bürokratische Regelung, die für unsere Studierenden große Nachteile mit sich bringt. Statt die Lehrmaterialien für ihre Seminare und Kurse mit wenigen Mausklicks einsehen zu können, wie es in der modernen Lehre mittlerweile üblich ist, müssen die Studierenden nun jeden Text selbst recherchieren.“

Das sei ein großer Nachteil, ergänzt Prof. Dr. Doering-Manteuffel, zumal die elektronischen Semesterapparate ohnehin nicht öffentlich zugänglich seien, sondern nur angemeldeten Teilnehmern zur Verfügung stünden. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die VG Wort für Lizenzgebühren von absehbar nur wenigen tausend Euro je Universität die bisherige Pauschalvergütung ablehne und vor dem Bundesgerichtshof die Verpflichtung zur Einzelfallabrechnung erstritten habe. Ohnehin, so Prof. Dr. Ressel, gehe es nur um Textauszüge, nicht um ganze Lehrbücher. Diese habe man auch bisher nur auszugsweise online verfügbar gestellt, sofern man hierzu keine gesonderte Lizenz habe.

Die Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg und die Bayerische Universitätenkonferenz sind sich darin einig, dass rasch Auswege aus der gegenwärtigen Situation gefunden werden müssen. „Wir hoffen sehr, dass sich die VG Wort hier noch kurzfristig bewegt und die bewährte Pauschalabrechnung wieder zulässt“, so die beiden Vorsitzenden. Ansonsten sei der Bund gefordert, eine entsprechende rechtliche Regelung zu erlassen und eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsbarriere bei der Verwendung elektronischer Textauszüge zu schaffen. „Wir dürfen die Digitalisierung der Hochschullehre nicht durch bürokratische Regelungen massiv behindern“, forderten Prof. Dr. Doering-Manteuffel und Prof. Dr. Ressel.

PM VG Wort

 

Stuttgart, 2. November 2016

Nachwuchspakt des Bundes – Appell der bayerischen und baden-württembergischen Universitäten an die Länder

Im Rahmen ihres Jahrestreffens am 14. Oktober 2016 in München forderten die bayerischen und baden-württembergischen Universitätsleitungen die Länder auf, das im Juni 2016 beschlossene Bundesprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs tatsächlich umzusetzen. Damit sollen 1.000 neue Tenure-Track-Stellen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler geschaffen werden, um sowohl die Lehre für die hohe Zahl der Studierenden zu verbessern als auch den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen planbaren Karriereweg zu ermöglichen und so auch die Personalstruktur der Universitäten zu modernisieren.

Die süddeutschen Universitätsrektoren, Präsidentinnen und Präsidenten sehen den Erfolg des Programms in Gefahr. „Es darf nicht sein, dass die Länder die zugesagte Anschlussfinanzierung der bundesfinanzierten Stellen verweigern, so dass die Universitäten dann gezwungen sind, an anderer Stelle Professuren und Mittelbaustellen zu streichen“, so die Augsburger Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Vorsitzende der Bayerischen Universitätenkonferenz und der Stuttgarter Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg. Man sehe die konkrete Gefahr, dass die Länder ihre ohnehin bestehenden Ausbauprogramme gegenrechnen und die neuen Stellen daher nur befristet zur Verfügung stehen, aber keine dauerhafte Verbesserung bringen.

„Wenn wir nach Auslaufen der sechsjährigen Bundesförderung einer Tenure-Track-Stelle keine Anschlussfinanzierung unserer Bundesländer erhalten, sondern dafür eine freiwerdende Stelle eines Professors nutzen müssen, der in den Ruhestand tritt, erfüllt das Programm seinen Zweck nicht“, sagte Prof. Dr. Doering-Manteuffel. Prof. Dr. Wolfram Ressel erklärt hierzu: „Wir befürchten, dass das Programm entgegen dem Willen des Bundes letztlich nur dazu dient, Stellen vorzeitig zu besetzen, die sechs Jahre später ohnehin frei werden. Damit erzielt man für die heutige Generation der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zwar einen positiven Effekt, dafür sind die Chancen der nächsten Generation von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf eine Professorenstelle deutlich schlechter.“

Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg und Bayerische Universitätenkonferenz forderten die Länder daher zur dauerhaften Absicherung der zusätzlichen Professuren auf. „Rechentricks darf es hier nicht geben“, äußerten die beiden Vorsitzenden übereinstimmend.

PM Tenure Track

 

Stuttgart, 7. Oktober 2016

LRK-Vorsitzender zu Plänen von Wissenschaftsministerin Bauer: "Steigerung der Einnahmen statt Ausgabenkürzung im Hochschulsystem richtiger Schritt"

Positiv wertet der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Stuttgarter Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel, die Überlegungen der Wissenschaftsministerin zur Haushaltskonsolidierung. „Angesichts der gegenwärtigen Anforderungen an das Hochschulsystem ist es konsequent, auf Kürzungen zu verzichten und an der Verlässlichkeit der staatlichen Finanzierungszusagen festzuhalten“.                                                      

Zusätzlich zu den ständig wachsenden Studierendenzahlen nähmen Universitäten und Hochschulen eine immer höhere Zahl von Aufgaben wahr, vom Technologietransfer bis zum lebenslangen Lernen. Dafür seien sie trotz des Zuwachses an staatlichen Mitteln, den ihnen der 2015 abgeschlossene Hochschulfinanzierungsvertrag mit dem Land gebracht habe, in der Summe weiterhin unterfinanziert.

„Wenn die Landespolitik nun Wege sucht, die Einnahmen zu steigern, statt Leistungen zu kürzen, ist dies ein richtiger Schritt“, sagte Prof. Dr. Ressel heute in Stuttgart. Die einzelnen Maßnahmen und deren sozialverträgliche Ausgestaltung müsse man noch im Detail klären. Grundsätzlich sei man jedoch mit der Richtung einverstanden.

Eine Erhöhung der Verwaltungsgebühr für alle Studierende in Höhe von 10 Euro je Semester sei aus Sicht der Universitäten zwar unangenehm, aber im Zuge der allgemeinen Preissteigerung verkraftbar, zumal die baden-württembergischen Semesterbeiträge im Bundesländervergleich nicht überdurchschnittlich hoch seien.

Eine Gebührenpflicht für Zweitstudiengänge, die ausdrücklich nicht einen nach dem Bachelor absolvierten konsekutiven Masterstudiengang betreffe, sei aus Sicht des Vorsitzenden der Rektorenkonferenz vor dem Hintergrund des Finanzbedarfs im Hochschulwesen keine unbillige Forderung angesichts der Tatsache, dass ein gebührenfreies Erststudium weiterhin möglich sei. Hier gebe es zudem bereits andernorts Regelungen, an denen man sich orientieren könne.

Bei Nicht-EU-Ausländern habe bereits ein Gutachten ergeben, dass Studiengebühren für diese Personengruppe zulässig seien, soweit die Erhebung sozialverträglich ausgestaltet sei, so dass auch Studierende aus armen Verhältnissen Zugang zu einem Studium in Baden-Württemberg haben. Flüchtlinge seien von einer solchen Gebührenpflicht ohnehin ausgenommen. Allerdings gebe es inzwischen auch sehr viele Studierende aus Ländern außerhalb der EU, bei denen weder eine Bedürftigkeit vorliege, noch eine besondere Verpflichtung des Landes bestehe, das Hochschulsystem dieser Länder durch einen kostenlosen Studienplatz in Baden-Württemberg zu entlasten. Die Vorschläge von Ministerin Bauer hierzu halte er daher für bedenkenswert. Mittelfristig solle aber diskutiert werden, zu wessen Gunsten Studiengebühren erhoben werden.

Einnahensteigerung im Hochschulsystem

 

Stuttgart, 20. August 2016

Nr. 73/2016

Mehr Qualität bei der Promotion - Universitäten im Land beschließen umfassende Datenerhebung

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: "Das Engagement unserer Universitäten für eine bessere Datengrundlage ist entscheidend, um die Qualität der Promotion zu sichern - für die Wissenschaft und fü die Doktorandinnen und Doktoranden."

Mit ihren Promotionsarbeiten leisten junge Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler einen wesentlichen Beitrag zum Fortschritt in der Wissenschaft. Daher ist es so wichtig, dass die wissenschaftliche Quali­tät von Promotionen auf höchstem Niveau vorangetrieben wird. Erstklassige Promotionen benötigen die richtigen Rahmenbedingungen und gute Betreuung. Um dies zu gewährleisten, sind valide Daten zu Anzahl und Art von Promotionsverfahren von enormer Bedeutung.

„Ich freue mich, dass wir bei diesem wichtigen Thema mit allen baden-württembergischen Universitäten an einem Strang ziehen. Baden-Württemberg ist bereit, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen“, betonte Wissenschafts­ministerin Bauer am Freitag (19. August) in Stuttgart.Bislang wurde an den Hochschulen in Baden-Württemberg wie auch in anderen Bundesländern nicht dokumentiert, wie viele Doktorandinnen und Doktoranden eine Promotion beginnen, welches Profil ihr Promotionsprojekt aufweist, wie lange sie dafür brauchen und ob sie es erfolgreich zum Abschluss bringen. Auch über die Begutachtungszeiten und die Prüfungsergebnisse konnte niemand verlässlich Auskunft geben.

Das wird sich jetzt an allen Universitäten in Baden-Württemberg grundlegend ändern. Die Landesrektorenkonferenz hat beschlossen, dass die Promotionsdaten künftig vollständig und so erfasst werden, dass auch bundesweite Vergleiche möglich sind. „Wir wollen die Promotion seitens der Universitäten künftig enger begleiten“, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Stuttgarter Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel. Vor allem in den MINT-Fächern würden Promotionen immer mehr als Teil größerer Forschungsprojekte erstellt; dort würden Promotionsdaten schon seit jeher erhoben. „Bei den Einzelpromotionen gibt es aber noch Nachholbedarf, und hier setzt unsere Initiative an“, so Ressel.

„Erstklassige Wissenschaft braucht qualitativ hochwertige Promotionen. Um möglichen Fehlentwicklungen entgegensteuern und Rückschlüsse für die Zukunft ziehen zu können, brauchen wir zwingend verlässliche Daten. Unsere Hochschulen sind hier auf dem richtigen Weg“, betonte Bauer. Bundesweit vergleichbare Promotionsdaten erfordern nach Einschätzung der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin aber auch ein Engagement des Bundes, auf das die Universitäten hier ebenfalls angewiesen seien.

Eine bessere Betreuung der Doktorandinnen und Doktoranden auf der Grundlage schriftlicher Betreuungsvereinbarungen war in Baden-Württemberg bereits in dem 2014 novellierten Landeshochschulgesetz initiiert worden. Besonders gelungene Konzepte zur Qualitätsentwicklung in der Promotion wurden im vergangenen Jahr in einem Hochschulwettbewerb von Wissenschaftsministerin Bauer ausgezeichnet und durch zusätzliche Finanzmittel prämiert.

Den Beschluss der Landesrektorenkonferenz finden Sie unter http://www.lrk-bw.de/images/Qualitätssicherung_Promotion.pdf

Mehr Qualität in der Promotion

 

Stuttgart, 27. April 2016

Landesuniversitäten zur Exzellenzinitiative:
„Jetzt muss Baden-Württemberg die Weichen stellen“

Als Erfolg für das Wissenschaftssystem bezeichnet der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz (LRK) Baden-Württemberg, Prof. Wolfram Ressel, die am letzten Freitag gefallene Entscheidung von Bund und Ländern zur Weiterführung der Exzellenzinitiative. Besonders begrüßenswert dabei sei, dass die Förderung von Spitzenforschung künftig nicht mehr befristet, sondern auf Dauer erfolgen solle: „Die Exzellenzinitiative hat die Sichtbarkeit der forschungsorientierten Universitäten in Deutschland vor allem auch international deutlich erhöht. Spitzenwissenschaftler und High Potentials nutzen solche Auszeichnungen als wichtiges Kriterium, sich für eine Karriere oder Ausbildung an einer deutschen Universität zu entscheiden.“

Drei Handlungsfelder für die Landespolitik
Um diese Erfolge auch bei der nächsten Runde der Exzellenzinitiative fortsetzen zu können, sei im nächsten Schritt das Land gefragt. „Die Rahmenbedingungen auf Landesebene sind entscheidend, um mit den neuen Anträgen zum Zug zu kommen“, betonte Ressel. Es gebe insbesondere drei Bereiche, die mit der neuen Landesregierung schnell zu klären seien:

• Man müsse zunächst zügig den Beschluss umsetzen, nach dem der Landesanteil von 25 Prozent der Bundesförderung für die bisher unterstützten Projekte fortgeführt werde. Das sei deswegen wichtig, weil die neuen Anträge darauf aufbauen sollen. „Dabei müssen wir schon bei der Antragstellung nachweisen, was an Personal und Ausstattung dauerhaft vorhanden ist. Im Augenblick wissen wir das immer noch nicht definitiv“, sagte der LRK-Vorsitzende.
• Zudem sei es daher besonders wichtig, dass die Professorenstellen, die im Rahmen der bisherigen Exzellenzförderung eingerichtet wurden, durch die Landesförderung verstetigt werden.
• Und schließlich seien Anschubfinanzierungen für neue Forschungscluster notwendig. „Das Land muss zügig die Weichen stellen, damit die Universitäten ihren Erfolgskurs fortsetzen können“, erläuterte Ressel. Die Antragsvorbereitungen seien bereits überall angelaufen.

Forschungsuniversitäten als Impuls für die Regionen
In den USA siedelten sich Hochtechnologieunternehmen vor allem im Umkreis von Spitzenuniversitäten an; diese Tendenz werde sich auch in Deutschland verstärken. „Die Entscheidungen in der nächsten Förderrunde werden die Wissenschaftsregionen in Deutschland auf Jahrzehnte prägen“, so Ressel heute auf der Hannover Messe. Baden-Württemberg müsse alles daran setzen, zu den Spitzenländern zu gehören.

Bisherige Erfolge als gute Basis
Gerade die baden-württembergischen Universitäten haben in den ersten beiden Förderrunden im Bundesvergleich am stärksten profitiert. „Bei der Auswahl war und wird auch künftig die wissenschaftliche Qualität entscheidend sein“, betonte Ressel. „Hier zahlt es sich aus, dass alle bisherigen Landesregierungen in Baden-Württemberg einen Schwerpunkt auf Wissenschaft und Forschung gelegt haben.“ Die Landesuniversitäten hätten das Vertrauen auch gerechtfertigt. Die letzte Übersicht des Statistischen Landesamtes zeige, dass die Universitäten einschließlich ihrer Klinika jährlich über 1,1 Mrd. Euro an Forschungsmitteln einwerben. Mit einer Summe von 186 Mio. Euro finde auch über 90 Prozent der anwendungsorientierten Forschung an den Universitäten und ihren Einrichtungen statt. „Wir schaffen Arbeitsplätze, um hochqualifizierte Wissenschaftler aus- und weiterzubilden, die das Rückgrat der technologischen Leistungskraft des Landes sind“, so der LRK-Vorsitzende Wolfram Ressel.

PM Exzellenzinititative

 

Stuttgart, 18. März 2016

Baden-württembergische Rektorenkonferenz mit neuer Spitze:

Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart,

zum Vorsitzenden gewählt

Foto Vorstand

Prof. Dr. Dr. h.c. Schiewer     Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Ressel    Prof. Dr. Dr. h.c. Eitel

         Rektor Universität Freiburg     Rektor Universität Stuttgart    Rektor Universität Heidelberg

 

Die Rektoren und Präsidenten der neun Landesuniversitäten haben in ihrer Sitzung am 18. März 2016 einen neuen Vorstand gewählt: Ab dem 1. April 2016 wird Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, für zwei Jahre den Vorsitz übernehmen. Stellvertreter wird Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg. Ressel freut sich auf sein neues Amt und unterstreicht die Bedeutung der Landesuniversitäten: „Alle baden-württembergischen Universitäten erbringen auf ihren ganz unterschiedlichen Gebieten Spitzenleistungen in Forschung und Lehre, die unverzichtbar für Wirtschaft und Gesellschaft sind. Das müssen wir künftig noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik bringen.“

Als inhaltliche Schwerpunkte ihrer Amtszeit nannten Ressel und Eitel vor allem die Fortführung der Exzellenzinitiative, in der die baden-württembergischen Universitäten bisher äußerst erfolgreich waren. „Das wollen wir auch in der kommenden Förderperiode fortsetzen“, bekräftigten die neuen Vorsitzenden. Exzellenz hänge aber nicht allein von Fördermitteln ab, sondern auch von den rechtlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten, innerhalb derer die Universitäten handeln können. „Die Begutachtungskommission der Exzellenzinitiative hat klar gesagt, dass internationale Spitzenuniversitäten über eine wesentlich höhere Autonomie verfügen als die deutschen. Wir wollen daher auf die neue Landesregierung zugehen, um hier Verbesserungen zu erzielen.“ Ziel sei es dabei auch, die Konkurrenzfähigkeit des Bundeslandes als Wissenschaftsstandort insgesamt zu steigern.

Im diesem Kontext werden auch die Ingenieurwissenschaften im Augenmerk des neuen Vorstands stehen. Als LRK-Vorsitzender werde sich Ressel dafür einsetzen, dass die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Ingenieurwissenschaften@BW2015, die das Land eingesetzt hat, in der kommenden Legislaturperiode auch zügig umgesetzt werden. Besonders wichtig seien dabei neue Kooperationsstrukturen mit der Wirtschaft, die Grundlagenforschung der Universitäten und strategische Industrieforschung enger verknüpfen. Auch müsse der Technologietransfer weiter ausgebaut werden, der eine wesentliche Stärke der baden-württembergischen Universitäten sei. „Im Hochschulbereich findet der weitaus größte Teil an kooperativer Forschung mit der Wirtschaft und den Unternehmensneugründungen an bzw. aus den Universitäten statt“, betonte Ressel.

 

Prof. Dr. Wolfram Ressel, geb. 1960 in München, schloss sein Studium des Bauingenieurwesens 1987 an der TU München und seine Promotion 1994 an der Universität der Bundeswehr München ab. Als geschäftsführender Gesellschafter leitete er ab 1993 ein Ingenieurbüro für Bau- und Vermessungswesen in München und wechselte 1998 auf die Professur für Straßenplanung und Straßenbau der Universität Stuttgart. Seit Oktober 2006 ist Wolfram Ressel Rektor der Universität Stuttgart. Von 2014 bis März 2016 war er stellvertretender Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg. Zudem ist er Vizepräsident der TU9 German Institutes of Technology e.V., einem Zusammenschluss der neun führenden technischen Universitäten Deutschlands.

 

Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Eitel, geb. 1959 in Karlsruhe, studierte Geographie und Germanistik an der Universität Karlsruhe und schloss das Studium 1986 mit dem Staatsexamen ab. Er wurde 1989 am Geographischen Institut der Universität Stuttgart promoviert, wo er bis 1995 tätig war. Nach seiner Habilitation übernahm er 1995 eine Professur für Physische Geographie an der Universität Passau und im Jahr 2001 eine Professur für Physische Geographie an der Universität Heidelberg. Seit Oktober 2007 leitet Bernhard Eitel als Rektor die Universität Heidelberg. Von 2012 bis 2014 war er Sprecher der Interessenvertretung forschungsstarker und international sichtbarer medizinführender deutscher Universitäten, der German U15 e.v..

Neuer Vorstand

 

Stuttgart, 09.03.2016

Landesuniversitäten: „Arbeit der Baden-Württemberg-Stiftung
von hoher Bedeutung für Studium und Lehre –
Entnahme von Stiftungsmitteln oder gar Auflösung hätte toxische Auswirkungen für das Hochschulsystem in Baden-Württemberg“

Der Vorsitzende der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer erteilte Überlegungen aus politischen Kreisen, dem Stiftungsvermögen der Baden-Württemberg-Stiftung einen Milliardenbetrag zu entziehen oder sie gar aufzulösen, eine klare Absage. „Auslandserfahrung ist essentiell für unsere Studierenden“, sagte Prof. Dr. Schiewer. „Mit den Stipendien der Landesstiftung verfügen wir in Baden-Württemberg über ein einzigartiges Instrument, um Studierenden einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen und im Gegenzug internationale Studierende und Doktoranden nach Baden-Württemberg zu holen.“

Seit dem Jahr 2001 wurden durch das Programm bereits mehr als 15.000 Stipendien vergeben. „Viele der Stipendiaten hätten sich ohne das Programm keinen Auslandsaufenthalt leisten können oder es hätten ihnen die Mittel gefehlt, nach Baden-Württemberg zu kommen“, so Prof. Dr. Schiewer. Inzwischen gebe es durch diese Unterstützung auch Alumniverbände von früheren deutschen und internationalen Studierenden in vielen Regionen der Welt. Von Buenos Aires bis Hongkong könne so ein Aufenthalt an einer der Universitäten und Hochschulen des Landes enorm wichtige lebenslange Verbindungen herstellen und Türöffner für neue Kontakte bilden.

Prof. Dr. Schiewer erinnerte daran, dass die Stiftung auf Initiative des langjährigen Ministerpräsidenten Erwin Teufel mit dem Ziel gegründet wurde, die Internationalität des Landes zu fördern, vor allem mit Stipendien für Studierende. „Die Stiftung ist eine hervorragende Idee, an der bisher alle Landesregierungen festgehalten haben. Sie für kurzfristige Ziele zu beschneiden oder gar aufzulösen, wäre für unser Hochschulsystem toxisch.“

PM Baden-Württemberg-Stiftung

 

Stuttgart, 16.02.2016

Zumeldung zu DHV-Pressemitteilung 4/2015 „DHV-Ministerranking: Bauer verteidigt Titel vor Wanka“

Ministerin Bauer erneut zur
„Wissenschaftsministerin des Jahres“ gewählt -
„Rektor des Jahres“ ebenfalls aus Baden-Württemberg

Vorsitzender der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Schiewer „Hervorragende Arbeit unserer Wissenschaftsministerin findet erneut verdiente Anerkennung“

Zum dritten Mal wurde die baden-württembergische Ministerin Theresia Bauer zur Wissenschaftsministerin des Jahres gewählt. Erstmalig erfährt die Arbeit einer Wissenschaftsministerin diese Anerkennung durch dreimalige Wiederwahl. Abstimmungsberechtigt waren die Professorinnen und Professoren, die im Deutschen Hochschulverband bundesweit organisiert sind. Der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, wurde von ihnen zum „Rektor des Jahres“ gewählt, nachdem er bereits im Vorjahr den dritten Platz errungen hatte.

„Ich gratuliere unserer Wissenschaftsministerin im Namen aller Landesuniversitäten zu dieser Anerkennung ihrer hervorragenden Arbeit für die Wissenschaft. Die Exzel-lenz der Wissenschaftsregion Baden-Württemberg beruht ganz wesentlich auf den politischen Rahmenbedingungen“, kommentierte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Schiewer, die Mitteilung des Hochschulverbandes.

Ministerin Bauer habe sich hohe Verdienste um die baden-württembergische Universitätslandschaft erworben und ein Zeichen dafür gesetzt, dass die Wissenschaftsförderung ein zentrales Gebiet der Landespolitik darstelle. Bundesweit und international vertrete sie mit Überzeugung die Interessen der Forschungsuniversitäten. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen müsse die konsequente Förderung von Wissenschaft und Technologie die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs sichern.

Ebenfalls gratulierte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz dem Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, zur Wahl zum „Rektor des Jahres“. „Das ist eine verdiente Würdigung seiner engagierten Arbeit in Hohenheim“, so Prof. Dr. Schiewer zu den Wahlergebnissen.

PM Wissenschaftsministerin des Jahres

 

Stuttgart, 03.02.2016

Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Studium

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, hält fest, dass die Universitäten derzeit bereits erhebliche Anstrengungen unternehmen, um Flüchtlingen Wege in ein Studium zu eröffnen. Wichtig sei hier zunächst einmal, sprachliche Hürden abzubauen, um den Zugang zu den fachlichen Inhalten und zur kulturellen Integration in Hochschule und Gesellschaft zu ermöglichen. Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer sagte: „Die Universitäten haben bereits jahrzehntelang erfolgreich Studierende aus allen Regionen der Welt ausgebildet und betreut. Sofern Studierende die notwendigen Grundlagen mitbringen, ist dank der etablierten Betreuungsstrukturen der Weg zu einer erfolgreichen Integration offen. Um festzustellen, ob die Flüchtlinge studierfähig sind, brauchen wir im Vorfeld des Studiums eine passgenaue Beratung, die auch über Alternativen zu einer Hochschulausbildung informiert.“

Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Studium - Gemeinsame Erklärung

 

Stuttgart, 29. Januar 2016

Konzentration auf Spitzenforschung und Spitzenuniversitäten.
Imboden-Kommission weist den Weg zu einer leistungsgerechten Fortsetzung der Exzellenzinitiative

"Der Blick von außen zeigt, dass die Exzellenzinitiative das deutsche Wissenschaftssystem dynamisiert, international sichtbarer und leistungsfähiger gemacht hat. Die Analyse der Imboden-Kommission ist präzise und nüchtern, und die Empfehlungen für die Fortführung der Exzellenzinitiative sind unmissverständlich: Effizienter Einsatz der Gelder bedeutet: Stärken stärken", sagt der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer.

Die baden-württembergischen Universitäten begrüßen den Bericht und die Wirkungsanalyse der Imboden-Kommission und stellen sich hinter die Empfehlungen zur Fortführung der Exzellenzinitiative. Der Bericht zeigt, dass die großen Forschungsverbünde, die sogenannten Forschungscluster, zu einer beeindruckenden qualitativen Leistungssteigerung in der Forschung geführt haben und damit signifikante Unterschiede in der Forschungsleistung der Universitäten deutlich gemacht haben. Nachholbedarf besteht hingegen nach wie vor in der Steuerungsmöglichkeit und den Führungsstrukturen der deutschen Universitäten.

500 Millionen Euro sollten künftig jährlich zur Verfügung gestellt werden, um die positiven Effekte der Exzellenzinitiative fortschreiben und verstärken zu können. Diese Summe kann aber nur Wirkung entfalten, wenn das Geld gezielt zur Stärkung der Spitzenforschung und der Spitzenuniversitäten vergeben wird. Die Imboden-Kommission fordert daher, die Mittel auf die überaus erfolgreiche Förderlinie der Exzellenzcluster zu konzentrieren und die Laufzeit auf bis zu 8 Jahre zu verlängern, um die Konzentration auf die Forschungsleistung zu ermöglichen und das Berichtswesen zu reduzieren. Zu recht schlägt die Kommission vor, die Universitäten als Ganzes durch eine Exzellenzprämie zu stärken (jährlich 15 Millionen Euro). Diese Prämie sollen die 10 leistungsstärksten Universitäten erhalten. Damit entfällt der Wettbewerb um Zukunftskonzepte, weil "Zukunftskonzepte ihren ureigenen Charakter verlieren, wenn die Zukunft alle paar Jahre neu erfunden werden muss", so die Kommission.

„Die Exzellenzinitiative ist für die Spitzenforschung da, für andere Aufgabenbereiche wie Lehre, Nachwuchsförderung und Gleichstellung gibt es auch andere Programme wie den Hochschulpakt 2020, den Qualitätspakt Lehre, das Professorinnenprogramm und den Nachwuchspakt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Landesrektoren-konferenz, Prof. Dr. Wolfram Ressel. „Die Empfehlungen garantieren eine hohe Dynamik, denn die Verdoppelung der Pauschale für indirekte Projektkosten wird dafür sorgen, dass die Spitzengruppe immer wieder neu definiert wird.“

PM zur Exzellenzinitiative

 

Stuttgart, 11. November 2015

Starke Stimme für Solidarität

Die baden-württembergischen Universitäten beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Weltoffene Hochschulen –
gegen Fremdenfeindlichkeit“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Klares Bekenntnis gegen Fremdenhass: Die Hochschulrektorenkonferenz startet am 11. November 2015 die bundesweite Aktion „Weltoffene Hochschulen – gegen Fremdenfeindlichkeit“. Mehr als 250 deutsche Hochschulen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Zeichen für Solidarität zu setzen und zu verdeutli-chen, dass Ausländerfeindlichkeit und Gewalt keinen Platz in Deutschland und Europa haben. Die Landesrektorenkonferenz als gemeinsame Interessenvertretung der baden-württembergischen Universitäten beteiligt sich ebenfalls an dieser wichtigen Aktion.

In einer Zeit, in der Politik und Gesellschaft vor der enormen Herausforderung stehen, demokratische Werte aufrechtzuerhalten, komme den Hochschulen als weltoffenen Zentren für Austausch und Wissensproduktion eine besondere Rolle zu, sagt der Vorsitzende der baden-württembergischen Rektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer: „An einer Universität kommen so viele Nationen wie sonst an keinem Ort im Bildungswesen zusammen, um gemeinsam an den großen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu arbeiten. Auf diese Internationalität können und werden wir nicht verzichten.“

Weitere Informationen unter:

http://www.hrk.de/weltoffene-hochschulen
Weltoffene Hochschule

 

Stuttgart, 05. Oktober 2015

Sofortmaßnahmen für Flüchtlinge!

Die Flüchtlingswelle hat eine Welle der Hilfsbereitschaft in allen Landesuniversitäten ausgelöst. Tausende Universitätsmitglieder, Studierende, Hochschullehrerinnen und -lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom technischen Dienst bis zur Verwaltung haben eine Vielzahl von lokalen Initiativen und Hilfsaktionen auf die Beine gestellt. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, ist beeindruckt von dieser Welle der Hilfsbereitschaft und sagte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Wissenschaftsministerin am heutigen Montag: „Die Landesuniversitäten sehen sich in der Pflicht den Flüchtlingen auch eine geistige Heimat zu geben und Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen. Ich danke allen Helferinnen und Helfern an den Landesuniversitäten für ihr beeindruckendes Engagement.“

Sofortprogramm

Maßnahmenpaket

 

Stuttgart, 28. September 2015

Vorsitzender der baden-württembergischen Rektorenkonferenz Prof. Dr. Schiewer zur Fortführung der Exzellenzinitiative:

„Leistung muss belohnt werden – kein Antragsmarathon um strategische Konzepte, sondern mehr deutsche Universitäten in die TOP 100 der weltweit führenden Forschungsuniversitäten“

 

Im Rahmen der Konferenz des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums „Exzellenz 2017plus“ zur Fortführung der Exzellenzinitiative stellte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, die Kernforderungen der Universitäten Baden-Württembergs vor. In der Konferenz äußerten sich weiterhin die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Manfred Prenzel, der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Peter Strohschneider, sowie der Präsident der Max Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Martin Stratmann.

Man müsse künftig, so Schiewer heute in Stuttgart, vor allem die international konkurrenzfähige Spitzenforschung an den deutschen Universitäten strukturell nachhaltig fördern. Dabei müssten diejenigen Universitäten, die im Wettbewerb um Fördermittel und Exzellenzprojekte bereits seit Jahren ihren Erfolg unter Beweis gestellt hätten, auch eine zusätzliche finanzielle Förderung für die Gesamtuniversität erhalten.

Folgende Kernforderungen stellte Schiewer auf:

  • Entsprechend der Größe und der wirtschaftlichen Stärke der Bundesrepublik Deutschland sollten in dem Programm diejenigen Universitäten eine Zusatzfinanzierung erhalten, die in der laufenden und kommenden Exzellenzinitiative besonders erfolgreich seien und strukturbereinigt zu den 15 leistungsstärksten Universitäten im DFG-Förderatlas gehören. Die wissenschaftliche Begutachtung durch die DFG, den European Research Council (ERC) und andere öffentliche Förderer habe bereits zu einer klaren und anerkannten Identifizierung und Profilierung von Standorten deutscher Spitzenforschung geführt.
  • Um nicht wirkungslos zu verpuffen, müsse die Exzellenzinitiative den Fokus weiterhin auf die Universitäten legen und nicht zusätzlich weitere Einrichtungen des deutschen Wissenschaftssystems fördern.
  • Die Förderung müsse mit dem Anspruch geschehen, dass diese Universitäten ihre internationale Sichtbarkeit und Spitzenstellung dauerhaft ausbauen und so in die TOP 100 der weltweit führenden Forschungsuniversitäten aufsteigen.
  • Eine Konzentration auf lediglich drei bis fünf Spitzenstandorte würde der Leistungsstärke des deutschen Wissenschafts- und Wirtschaftssystems nicht gerecht werden. Die Beschränkung auf wenige „Monopolisten“ bremse die kompetitive Dynamik und damit die Leistungssteigerung innerhalb der Spitzengruppe, die sich seit Jahren national wie international herauskristallisiert habe.

 

Das Nachfolgeprogramm müsse auf den folgenden Säulen aufbauen:

  1. Profilstandorte, in denen Universitäten gefördert werden, die sich bereits als Zentrum eines regionalen Forschungsraums mit internationaler Ausstrahlung auf bestimmten Forschungsfeldern erwiesen haben;
  2. Exzellenzzentren nach dem Muster der bisherigen Exzellenzcluster – offen für neue und bestehende Projekte;
  3. 300 Exzellenzprofessuren für junge Spitzenforscherinnen und -forscher, um herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die noch keine volle Professur innehaben, zu gewinnen und ihnen mit überdurchschnittlicher Ausstattung den größtmöglichen Entwicklungsraum für ihre Forschung zu geben. Diese Professuren und deren Ausstattung müssten dauerhaft zusätzlich finanziert werden. Sie seien als Nukleus gedacht, um neue Forschungsfelder an den deutschen Universitäten zu besetzen.


Schiewer machte unmissverständlich klar: „Bund und Länder müssen sich in der Wissenschaftspolitik weniger mit innenpolitischen Befindlichkeiten befassen, sondern energisch und wissenschaftsgeleitet darangehen, nachhaltig international konkurrenzfähige Spitzenuniversitäten aufzubauen. Angesichts der derzeitigen Herausforderungen ist es mehr denn je nötig, dass Deutschland in der Hochtechnologie führend bleibt. Dazu brauchen wir eine entsprechende Anzahl deutscher Spitzenuniversitäten.“

PM Exzellenzinitiative

 

Freiburg, 17. Juli 2015

Konsortium Baden-Württemberg unterzeichnet Vertrag mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier

Gemeinsam mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier ermöglicht das Konsortium Baden-Württemberg, ein Zusammenschluss der wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes, 52 Universitäten und Hochschulen den umfassenden Zugang zu knapp 2.500 wissenschaftlichen Zeitschriftentiteln.

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Ab sofort erhalten alle Universitäts- und Hochschulangehörigen in Baden-Württemberg erstmals einen komfortablen Zugriff auf knapp 2.500 elektronisch publi-zierte Zeitschriften des international renommierten Wissenschaftsverlags Elsevier. „Diese Fülle an wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird dabei helfen, Baden-Württemberg als Forschungsstandort noch weiter voranzubringen“, sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg und Rektor der Universität Freiburg, der den Landeslizenzvertrag im Beisein von Michael Kleiner vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gemeinsam mit Dr. Antje Kellersohn, Leiterin des Konsortiums Baden-Württemberg und Direktorin der Universitätsbibliothek (UB) Freiburg, sowie Jörg Limberg, VP Research Solutions Europe, von Elsevier unterzeichnet hat.

Der Vertrag mit Elsevier ist ein wichtiger Baustein der Strategie „E-Science – Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen“. Diese basiert auf einer Expertenemp-fehlung des MWK und wird von der Landesregierung Baden-Württembergs umgesetzt.

Die Vereinbarung läuft über drei Jahre und umfasst zahlreiche Titel wie „The Lancet“, die zu den Top-Zeitschriften weltweit gehören. „Unsere Bibliotheken erhalten einen noch größeren Zugang zu bedeutenden akademischen Zeitschriften, der dank der Archivlösung auch nach Vertragsende erhalten bleibt“, sagt Dr. Antje Kellersohn. Sie bildete gemeinsam mit Dr. Veit Probst (UB Heidelberg), Dr. Annette Scheiner (Geschäftsführung Konsortium Baden-Württemberg, UB Freiburg) und Anne Otto (KIM, Universität Konstanz) das Verhandlungsteam des Konsortiums Baden-Württemberg, das die Vereinbarung gemeinsam mit Elsevier entwickelt hat. Von dem Vertrag profitieren beide Seiten, sagt Jörg Limberg von Elsevier: „Wir sind stolz, dass Elsevier mit dieser Vereinbarung zur Stärkung der Wissenschaftslandschaft in Baden-Württemberg beitragen kann. Der breite Zugriff und die digitale Bereitstellung wis-senschaftlicher Literatur und die damit einhergehenden Content Services liefern einen fundamentalen Beitrag zur Umsetzung der digitalen Agenda.“

Das Lizenzmodell dient zudem als Referenz für die Arbeit der Projektgruppe „DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und der Hochschulrektorenkonferenz. In dieser Initiative arbeiten zwei Direktoren der baden-württembergischen Universitätsbibliotheken mit: Frank Scholze, UB Karlsruhe, und Antje Kellersohn, UB Freiburg, Sprecherin der Projektgruppe.

Weitere Informationen zum Konsortium Baden-Württemberg:
www.konsortium-bw.de
Weitere Informationen zum Positionspapier der Landesregierung:
http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/wissenschaft-unter-neuen-rahmenbedingungen-mit-e-science
Kontakt:
Dr. Antje Kellersohn
Leiterin des Konsortiums Baden-Württemberg
Direktorin der Universitätsbibliothek Freiburg
Tel.: 0761-203-3900
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Elsevier

 

Stuttgart, 10.07.2015

 

Hochschulzugang ohne Abitur wird leichter –
neue Prüfung erfolgreich eingeführt

Die baden-württembergischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen gehen neue Wege beim Hochschulzugang: Wer kein Abitur, aber eine Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife besitzt, kann ab dem kommenden Wintersemester ebenfalls an den universitären Hochschulen des Landes studieren. Dazu muss er die sogenannte „Deltaprüfung“ bestehen, mit der die Studierfähigkeit der Bewerber festgestellt wird. Jetzt liegen die Ergebnisse der Prüfung vor, die am 23. Mai 2015 erstmals – zentral für alle Universitäten und Pädagogischen Hochschulen des Landes – an der Universität Mannheim stattgefunden hat: Von 291 Teilnehmern haben 171 die Prüfung bestanden. Sie können sich damit für das kommende Wintersemester gleichberechtigt mit Abiturienten auf Studienplätze an den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen bewerben. Das Interesse an der neuen Prüfung war sehr hoch, obwohl die Universitäten nicht gesondert dafür geworben haben; für das Jahr 2016 wird mit einer wesentlich höheren Zahl von Prüfungsteilnehmern gerechnet. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, dankte dem Rektorat, den Mitarbeitern der Universität Mannheim und deren Service und Marketing GmbH für die gute Organisation und den reibungslosen Ablauf der Prüfung.

Zu den Ergebnissen sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer: „Wir glauben, dass wir mit der Deltaprüfung ein gutes Instrument geschaffen haben: Einerseits eröffnen wir neuen Gruppen die Möglichkeit eines universitären Studiums, andererseits erhalten die Prüfungskandidaten eine Rückmeldung, ob sie tatsächlich studierfähig sind. Das heißt, wir haben nicht geprüft, ob sie das nötige Fachwissen bereits in allen Details haben, sondern ob sie in der Lage sind, es sich anzueignen.“

Die Projektleiterin des Testentwicklers ITB Consulting, Luisa Bergholz, sagt: „ITB hat die Deltaprüfung ausgehend von Aufgabenformaten und Testkonzepten entwi-ckelt, die sich bereits in anderen Studierfähigkeitstests von ITB wie dem Test für ausländische Studienbewerber (TestAS), dem Auswahltest der Studienstiftung oder dem Medizinertest bewährt haben. Mit der Deltaprüfung werden Fähigkeiten abgeprüft, die allgemein für den Studienerfolg wichtig sind, insbesondere analytische, verbale und numerische Fähigkeiten. Die Prüfung kann daher gut vorhersagen, ob ein Kandidat die Anforderungen eines Studiums bewältigen kann."

Die nächste Deltaprüfung wird am 14.05.2016 an der Universität Mannheim stattfin-den. Interessenten können sich unter https://deltapruefung.uni-mannheim.de/ informieren.

PM Deltaprüfung

 

Stuttgart, 29.06.2015

Vier-Punkte-Programm für gemeinsame
Promotionen mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer:
„Universitäten garantieren hervorragenden Absolventinnen und Absolventen der
Hochschulen für angewandte Wissenschaften den Zugang zur Promotion"

Die Rektoren und Präsidenten der neun baden-württembergischen Landesuniversitäten haben einstimmig ein Vier-Punkte-Programm beschlossen, das den Zugang von exzellenten Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) zur Promotion an den Universitäten verbessern soll.

Dies nennt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, einen richtigen Schritt. „Wir wollen die besten Absolventinnen und Absolventen aller Hochschularten für eine wissenschaftliche Karriere gewinnen und zugleich die forschungsstarken Professorinnen und Professoren der Hochschulen für angewandte Wissenschaften enger an die Universitäten binden, damit sie an den Promotionsverfahren gleichberechtigt teilnehmen können." Nach wie vor halte die Rektorenkonferenz das Promotionsrecht der Universitäten für einen Grundpfeiler des Wissenschaftssystems. „Eine Promotion lebt vom wissenschaftlichen Austausch. Hierzu benötigt man das wissenschaftliche Umfeld und die Infrastruktur einer Universität", betont Prof. Dr. Schiewer.

Die Landesuniversitäten werden nun die Promotionsordnungen bezüglich der Zugangsmöglichkeiten für Masterabsolventen der HAW überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Zudem werden sie Qualitätsmaßstäbe für die Betreuungsberechtigung von Promotionen durch HAW-Professorinnen und -Professoren entwickeln. Innovative Modelle wie Kooptationen oder Assoziierungen sollen forschungsstarke HAW-Professoren in universitäre Strukturen einbinden. Zudem streben die Universitäten und die HAW gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium den Ausbau von kooperativen Promotionskollegs an. Auf dieser Basis können die Universitäten die HAW-Forschung bei größeren Verbundprojekten auf nationaler oder internationaler Ebene einbinden. Prof. Dr. Schiewer unterstreicht die Offenheit der Universitäten für Kooperationen, aber auch die grundsätzliche universitäre Verantwortung für Promotionen. „Wir arbeiten bei Promotionen intensiv mit einer Vielzahl von Partnern zusammen, von der Industrie über außeruniversitäre Forschungseinrichtungen bis zu anderen Hochschulen und Hochschularten. Dabei muss aber klar sein: Die Qualitätsmaßstäbe für die Promotion werden von den Universitäten gesetzt."

Beschluss Promotion HAW

Kooperative Promotion

 

Stuttgart, 21.04.2015

Baden-württembergische Universitäten für den kommenden
Exzellenzwettbewerb gut aufgestellt

Vorsitzender der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Schiewer: „Beschluss der
Fraktionsvorstände von CDU und SPD zur Forschungsförderung wegweisend"

Der Beschluss der Fraktionsvorstände der Regierungskoalition des Bundes, in den Jahren 2018 bis 2028 mindestens 4 Milliarden Euro in die Spitzenforschung zu investieren, wird von den baden-württembergischen Universitäten als zukunftsweisender Schritt begrüßt. „Seit Beginn der Exzellenzinitiative hat sich in der deutschen Wissenschaftslandschaft viel bewegt, was international hohe Anerkennung findet", beschreibt der Vorsitzende der baden-württembergischen Rektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, die Entwicklung seit dem Jahr 2005. Insofern sei die Erklärung der Fraktionsvorstände die folgerichtige Weiterent-wicklung des entsprechenden Grundsatzbeschlusses, den Bund und Länder im Ok-tober 2014 gefasst hatten.

„In Baden-Württemberg sind die Universitäten für eine Fortsetzung des Wettbe-werbs gut aufgestellt", so Schiewer. „Unsere Universitäten sind bei der Einwerbung von europäischen und nationalen Forschungsmitteln äußerst erfolgreich, und das Land hat mit dem im Januar 2015 neu abgeschlossenen Hochschulfinanzierungsvertrag Maßstäbe gesetzt". Dass der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hubertus Heil, bei der Fortsetzung der Exzellenzinitiative die Universitäten im Mittelpunkt sehe, begrüßen die Universitäten nachdrücklich.

„Die Universitäten sind das Organisationszentrum des Wissenschaftssystems, die von der Grundlagen- und der angewandten Forschung bis zur Nachwuchsförderung alle Bereiche abdecken." Es sei daher richtig, künftig auch Netzwerk- und Verbundprojekte zu fördern, in denen die Universität der wesentliche Partner ist.

Auch die Offensive für den wissenschaftlichen Nachwuchs auf Bundesebene, die mit jährlich 100 Millionen Euro ausgestattet sein soll, kommt zum richtigen Zeitpunkt: „Wir stehen für eine systematische Personalentwicklung, entwickeln moderne und innovative Konzepte und wollen den Tenure Track fördern, also Stellen für Nachwuchswissenschaftler mit Dauerperspektive einrichten", sagt Prof. Dr. Schiewer. Für ein neues Programm zur Nachwuchsförderung wollen Bund und Länder bis Herbst des Jahres Eckpunkte erstellen, wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 17. April 2015 in Berlin beschlossen hat. „Ein neues Programm kann entscheidend zu besseren Rahmenbedingungen für den Nachwuchs beitragen", so Prof. Dr. Schiewer heute.

PM zur Exzellenzinitiative

 

 

Stuttgart, 26.03.2015

Landesinitiative "Kleine Fächer" vorgestellt

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat am Donnerstag (26. März) die „Landesinitiative ‚Kleine Fächer‘ Baden-Württemberg“ vorgestellt. Sie basiert auf den Empfehlungen einer von ihr im Jahr 2013 eingesetzten Expertenkommission.

Hierzu sagte der Vorsitzende der LRK, Prof. Dr. Schiewer:

"Die Landesuniversitäten sind zu Recht stolz auf die 'Kleinen Fächer'. Sie sind an Excellenzclustern, mehreren Sonderforschungsbereichen und einer ganzen Reihe von Graduiertenkollegs maßgeblich beteiligt, und sie stellen zahlreiche Preisträgerinnen und Preisträger bedeutender Wissenschaftspreise. Die Leitungen der Landesuniversitäten begrüßen die Initiative der Wissenschaftsministerin zur Bedeutung der 'Kleinen Fächer'. Sie stärkt die 'Kleinen Fächer', die gut aufgestellt sind, um ihre Funktionen auch in Zukunft wahrnehmen zu können."

https://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/Anlagen_PM/2015/030_PM_Landesinitiative_Kleine_Faecher.pdf

 

Stuttgart, 24.02.2015

Universitäten gratulieren Ministerin Bauer zur Wahl als
„Wissenschaftsministerin des Jahres" –
auch Rektoren der Landesuniversitäten gut beurteilt

Vorsitzender der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Schiewer „Verdiente Auszeichnung"

Bereits zum zweiten Mal wurde die baden-württembergische Ministerin Theresia Bauer zur Wissenschaftsministerin des Jahres gewählt. Abstimmungsberechtigt waren die Professorinnen und Professoren, die im Deutschen Hochschulverband bundesweit organisiert sind.

„Diese Auszeichnung ist absolut verdient" kommentierte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Schiewer, die Mitteilung des Hochschulverbandes. Ministerin Bauer habe neben hohem Sachverstand in der Wissenschaftspolitik, den sie sich schon als Abgeordnete erworben habe, auch ein großes politisches Geschick und verstehe es, den berechtigten Anliegen der Wissenschaft Gehör zu verschaffen. „Der Hochschulfinanzierungsvertrag, den die Landesregierung mit den Universitäten und Hochschulen Anfang 2015 abgeschlossen hat, ist ein deutlicher Ausdruck ihrer Überzeugungskraft und Durchsetzungsstärke", sagte Prof. Dr. Schiewer heute in Stuttgart.

Ebenfalls gratulierte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz dem Rektor der Uni-versität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, der bei der Wahl zum „Rektor des Jahres" schon nach kurzer Amtszeit auf Platz 3 gekommen war, sowie Prof. Dr. Bernd Engler, Universität Tübingen, der Platz 8 belegt, und Prof. Dr. Bernhard Eitel von der Universität Heidelberg auf Platz 17.

„Der Südwesten kann sich freuen", so Prof. Dr. Schiewer zu den Wahlergebnissen.

PM Wissenschaftsministerin des Jahres

 

Stuttgart, 23.02.2015

Landesrektorenkonferenz beteiligt sich an der "Initiative für ein Fach Wirtschaft", gemeinsam mit Arbeitgeberverbänden, IHK und Handwerkstag

PM Initiative für ein Fach Wirtschaft

 

 

Stuttgart, 12.02.2015

 

„Studienplatzvergabe an Universitäten in Baden-Württemberg funktioniert"

LRK-Vorsitzender Schiewer fordert reibungsloses bundesweites Vergabeverfahren

An den baden-württembergischen Universitäten sind in diesem Wintersemester nur wenige Studienplätze unbesetzt. Insgesamt sind die Universitäten sogar überausgelastet und haben mehr Studierende aufgenommen, als die gesetzliche Berechnung es vorsieht.

„Es ist jedes Jahr erneut eine Mischung von Lotterie und Kraftakt" beschreibt der LRK-Vorsitzende und Rektor der Universität Freiburg, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer die Situation. Die Zahl der Studienbewerber bleibe konstant hoch und betrage an jeder Universität ein Vielfaches der verfügbaren Plätze. Allein an der Universität Freiburg seien es 13.235 Bewerber für 1.950 Bachelorstudienplätze im laufenden Wintersemester gewesen.

Das gegenwärtige System bietet den Studienbewerbern eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Studienwahl. Die Zahl der Bewerbungen ist nicht beschränkt, so dass vor allem gute Studierende eine Vielzahl von Angeboten erhalten. „Die Studierenden halten sich ihre Optionen offen. Sie nehmen einen angebotenen Studienplatz erst einmal an, aber wenn sie im Nachrückverfahren einen noch interessanteren, wie beispielsweise in der Medizin, erhalten, sagen sie diesem Angebot zu." Ein Studiengang, der im September genügend Zusagen erhalten habe, um ausgelastet zu sein, könne aufgrund dieses Verhaltens vieler Studienanfänger Anfang Oktober schon wieder halb leer sein. „Dann müssen wir mit Hochdruck die Nachrückverfah-ren durchführen." Die sogenannte „Überbuchung", die mehrfache Vergabe von Plät-zen in der Erwartung von Absagen, sei an den Universitäten gang und gäbe. „Mit der Routine unseres Studierendensekretariats gelingt uns zum Glück meistens sogar eine Punktlandung", erläutert Schiewer.

"Die Bedürfnisse der Universitäten, ihre Studierenden selbst auszusuchen und das Interesse der steuerzahlenden Bürger, die staatlich finanzierten Studienplätze gefüllt zu sehen, müssen miteinander vereinbar sein". Ein Blick nach Großbritannien zeige, dass das möglich sei. Dort werden die Studienplätze über ein zentrales Portal der UCAS vergeben, wobei die Auswahlentscheidung von den Hochschulen selbst und nicht von der Behörde getroffen wird.

„Diesen Service erwarten wir auch von der Stiftung für Hochschulzulassung", betont der LRK-Vorsitzende. Die baden-württembergischen Universitäten würden sich nach wie vor dafür einsetzen, dass die Studienplätze an den deutschen Hochschulen flächendeckend über deren Internet-Portal „hochschulstart.de" vergeben werden. Bisher habe die Stiftung für Hochschulzulassung die hohen Erwartungen allerdings nicht erfüllt. Das Verfahren sollte eigentlich im April 2011 an den Start gehen, ist aber auch im Jahr 2015 über ein Pilotverfahren noch nicht hinausgekommen; mitt-lerweile werden lediglich bundesweit Studienplätze in 102 Studiengängen über das Verfahren vergeben.

„Leider ist es auch so, dass die Hochschulen bei diesen Verfahren statt weniger deutlich mehr Aufwand haben", kommentiert Schiewer die Lage. Nach dem verpatz-ten Start und den häufigen Verschiebungen seien viele Hochschulen zudem kritisch, ob das System überhaupt für den flächendeckenden Einsatz geeignet sei. Man müsse zudem die Frage stellen, ob die ehemalige ZVS für diese schwierige Aufga-be die richtige Wahl sei. Die Entscheidung, die Vergabe dort durchzuführen, sei von der Politik getroffen worden, um die 120 Arbeitsplätze bei der ZVS zu erhalten. „Im Nachhinein muss man feststellen, dass der Erhalt einer Behörde als wichtiger eingeschätzt wurde als die Interessen der Studierwilligen und der Steuerzahler, die für die unbesetzten Studienplätze aufkommen."

Trotzdem müsse man alles tun, um das Verfahren zügig zum Erfolg zu führen. Die baden-württembergischen Universitäten unterstützten dies trotz der erheblichen Eigenaufwands.

„Die Studienplätze an den Universitäten im Land sind nachgefragt und ausgelastet. Dies schaffen wir bisher mit unseren eigenen Verfahren, warten aber dringend auf den schon seit Jahren versprochenen Service von hochschulstart.de", fasst Prof. Dr. Schiewer zusammen.

PM Studienplatzvergabe

 

 

Stuttgart, 09.01.2015

 

 „Hochschulfinanzierung sichert Spitzenstellung der Universitäten in Baden-Württemberg“

 Landesrektorenkonferenz unterzeichnet Hochschulfinanzierungsvertrag „Perspektive 2020“ – Land ging auf Forderungen der Landesunis ein

 

Die heutige Unterzeichnung des Hochschulfinanzierungsvertrags durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid werten die Universitäten als wegweisend für die Hochschulfinanzierung in Deutschland.

„Das Land Baden-Württemberg sichert mit diesem Hochschulfinanzierungsvertrag die Spitzenstellung seiner neun Universitäten“, betonte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz (LRK) der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, bei einer Pressekonferenz. Die deutliche Stärkung der Grundfinanzierung sichere deutschlandweit und international die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. „Das klare Bekenntnis des Landes, eine Priorität auf den Bereich Wissenschaft, Forschung und Lehre zu legen, verdient auch angesichts der künftig erforderlichen Nullverschuldung und der Schuldenbremse unseren Respekt“, meinte der Vorsitzende der LRK.

Die Überführung der befristeten Ausbauprogramme für die Bachelor- und Masterstudienplätze in die Grundfinanzierung, die Übernahme der Defizite bei den Energiekosten, für die die Universitäten zuletzt die Mittel für Forschung und Lehre um weit über 50 Millionen Euro kürzen mussten, und der seit 1998 nicht mehr erfolgte Inflationsausgleich sind wichtige Komponenten des neuen Vertrags.

Mit dem neuen Sanierungs- und Bauprogramm für Universitätsgebäude können die Universitäten ihre Eigenanteile deutlich zurückfahren. Bisher mussten sie die Realisierung von Baumaßnahmen zunehmend aus Mitteln für Forschung und Lehre erbringen.

Die Landesuniversitäten hatten die Öffentlichkeit im Sommer 2014 mit zahlreichen Aktionen auf die aktuelle Unterfinanzierung aufmerksam gemacht. „Aus unserem Slogan ‚Unis in Not‘ ist nun ‚Unis sind Zukunft‘ geworden“, sagte Schiewer. „Wir freuen uns, dass die Universitäten nicht als Kosten-, sondern als Erfolgsfaktor für das Land gesehen werden. Und das mit Recht: Allein die Landesuniversitäten erzielen eine jährliche Bruttowertschöpfung von 3,7 Milliarden Euro und jeder Euro, der netto in die Universitäten fließt, erhöht die Wertschöpfung im Land um 2,30 Euro.“ Die harten Zahlen belegten, dass die Universitäten und Hochschulen ein entscheidender Faktor für den Erfolg Baden-Württembergs seien.

PM Hochschulfinanzierungsvertrag

PM KIT

PM Universität Freiburg

 

Stuttgart, 19.12.2014

 

Baden-württembergische Universitäten begrüßen Lockerung des Kooperationsverbots

Vorsitzender der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer:

„Zukunftsweisendes Signal für universitäre Forschung“

 

Die aktuelle Zustimmung des Bundesrats zur Änderung des Grundgesetzes, die erstmals eine dauerhafte Bundesfinanzierung im Hochschulbereich ermöglicht, ist für Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Universitäten in Baden-Württemberg, ein zukunftsweisendes Signal. „Wir hoffen, dass Bund und Länder die neuen Spielräume nutzen werden, um die internationale Sichtbarkeit der Spitzenforschung an den Universitäten zu stärken“, sagte Schiewer heute in Freiburg. Bewährte Strukturen, die mit Mitteln der Exzellenzinitiative auf Projektbasis geschaffen wurden, , könnten nun auch dauerhaft finanziert werden.

Ab Ende des Jahres 2016 soll es nach dem Willen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten eine neue Bund-Länder-Vereinbarung geben, die neuartige Projekte und Initiativen der Universitäten ermöglichen und auch bestehenden Projekten eine dauerhafte Zukunftsperspektive eröffnen soll.

„Die baden-württembergischen Forschungsuniversitäten werden sich auf diesen Wettbewerb gut vorbereiten“, erklärt Professor Schiewer. Als erfolgreichstes Bundesland in der bisherigen Exzellenzinitiative werde man in seinen Aktivitäten nicht nachlassen. Dies belegten auch die erfolgreichen Förderanträge der Landesuniversitäten beim Europäischen Forschungsrat. Sechs der prestigeträchtigen Starting Grants seien hier an Forscherinnen und Forscher der Landesuniversitäten gegangen, wie der Forschungsrat am 15. Dezember 2014 mitteilte.

Insgesamt sieht Schiewer gute Zukunftsperspektiven für die baden-württembergischen Universitäten. „Wenn neben dem Land auch der Bund zu einer dauerhaften Hochschulfinanzierung beiträgt, werden Wirtschaft und Gesellschaft in Baden-Württemberg von unseren steigenden Leistungen in Forschung und Lehre profitieren.“

 

PM Kooperationsverbot

 

Stuttgart, 31. Oktober 2014

Baden-württembergische Universitäten begrüßen Grundsatzbeschluss zum Hochschulpakt von Bund und Ländern –

Vorsitzender der Rektorenkonferenz Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer: „Endlich kommt Bewegung in die Debatte“

 

Der am 30. Oktober 2014 gefasste Grundsatzbeschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern kommt gerade noch zur rechten Zeit, meint Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Universitäten in Baden-Württemberg. „Besonders froh sind wir, dass Bund und Länder offenbar bereit sind, ihr Tauziehen um die Finanzierung der DFG-Programmpauschale zu beenden“, sagt der Rektor der Universität Freiburg. Mit der Programmpauschale werden die indirekten Kosten der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekte finanziert, beispielsweise Raum-, Wartungs-, Software- oder Energiekosten. Bis einschließlich 2016 übernimmt diese Kosten der Bund, indem er die von der DFG bewilligte Fördersumme um 20 Prozent erhöht. Allein für die Universitäten in Baden-Württemberg sind dies 52 Millionen Euro im Jahr. Diese Programmpauschale soll unter Beteiligung der Länder auf 22 Prozent ansteigen. „Gemessen an den tatsächlich anfallenden Kosten ist die Programmpauschale noch immer im internationalen Vergleich zu niedrig, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, hält Prof. Dr. Schiewer fest. Zudem zeigt Schiewer sich erleichtert, dass die Mittel der Exzellenzinitiative erhalten bleiben und für einen neuen Wettbewerb ab 2017 zur Verfügung stehen. Die baden-württembergischen Landesuniversitäten waren besonders erfolgreich in der Exzellenzinitiative.

 

„Wichtig für Baden-Württemberg ist auch, dass die Bundesfinanzierung der neuausgebauten Studienplätze weitergeht“, erläutert Prof. Dr. Schiewer die Position der Landesuniversitäten. Künftig werde ein immer größerer Teil eines Altersjahrgangs ein Studium aufnehmen wollen. „Diesen jungen Menschen müssen wir gute Startchancen bieten.“

Prof. Dr. Schiewer appellierte an die Ministerpräsidenten und die Bundespolitik, dem Finanzierungspakt im Dezember zuzustimmen.

 

PM GWK

 

Stuttgart, 22. Oktober 2014

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Landesrektorenkonferenz Baden-Bürttemberg

Konsortium Baden-Württemberg unterzeichnet zukunftsweisenden Vertrag mit dem Wissenschaftsverlag Springer

51 Universitäten und Hochschulen erhalten dauerhaften Zugriff auf 1.917 wissenschaftliche Zeitschriftentitel

 

Ab 1. Januar 2015 erhalten alle Universitäts- und Hochschulangehörigen in Baden-Württemberg einen komfortablen Zugriff auf 1.917 elektronisch publizierte Zeitschriften des international renommierten Wissenschaftsverlags Springer in Heidelberg. Darüber hinaus erwirbt das Konsortium Baden-Württemberg, die Einkaufsgemeinschaft der wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes, dauerhafte Archivrechte für ein sogenanntes BW-Springer-Archiv für diese Titelsammlung zurück bis ins Jahr 2003. „Damit entsteht erstmals eine umfassende, lückenlose und vor allem dauerhafte digitale Versorgung mit den Fachmedien des Springer-Verlags", sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg und Rektor der Universität Freiburg.

"Wir investieren hier in einen wichtigen Baustein des E-Science-Programms der Landesregierung. Der ort- und zeitunabhängige Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen als grundlegende Ressource für Wissenschaft und Forschung dient der Optimierung von Forschungs- und Innovationsprozessen" sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Kürzlich hat die Landesregierung auf Basis einer Expertenempfehlung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine umfassende Strategie mit dem Titel „E-Science – Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen" beschlossen.

Die Vereinbarung schließt direkt an die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Springer-Nationallizenz an, die den Zeitraum vor 2003 abdeckt. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die am Konsortium beteiligten Bibliotheken finanzieren das neue Lizenzmodell gemeinsam für die Zeit bis zum 31.12.2017. Es ist das erste Mal, dass Springer einen solch umfassenden Konsortialvertrag im Hochschulkontext abschließt. Zu den digital verfügbaren Zeitschriften des Verlags zählen Titel, die in der jeweiligen Fachwelt und darüber hinaus höchsten Stellenwert besitzen: Zu nennen sind beispielsweise „Cancer and Metastatis Reviews", „Cellular and Molecular Sciences" oder das „Journal of Economic Growth".

Dagmar Laging, Vice President Library Sales DACH Licensing bei Springer, unter-streicht die Bedeutung dieses Lizenzmodells: „Es freut uns besonders, dass wir mit diesem landesweiten Lizenzvertrag in Baden-Württemberg erstmalig in der westli-chen Welt einen Vertrag unterzeichnen können, der auf neuen, von Abonnements unabhängigen Parametern beruht. Gleichzeitig ist es uns gemeinsam gelungen, eine zukunftsweisende Informationsversorgung der baden-württembergischen Hochschulen und Fachhochschulen zu sichern. Dieser Vertrag bedeutet für Springer einen wichtigen Schritt in eine neue Ära von nachhaltigen Lizenzmodellen."

Im Beisein von Baden-Württembergs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer unterzeichneten Hans-Jochen Schiewer, Dr. Antje Kellersohn, Direktorin der Universitätsbibliothek (UB) Freiburg und Leiterin des Konsortiums Baden-Württemberg, Dagmar Laging, Vice President Library Sales DACH Licensing, und Klaus Bahmann, Director Library Sales, DACH, (beide Springer), heute den Lizenzvertrag bei der Eröffnung des Akademischen Jahres 2014/2015 an der Universität Freiburg.

„Der Vertrag ist ein bedeutender Meilenstein in der Versorgung mit elektronischer Fachinformation für Lehre und Forschung, nicht nur in Baden-Württemberg", sagt Antje Kellersohn. Das neue Lizenzmodell werde auf nationaler und internationaler Ebene Referenzcharakter haben. Es diene beispielsweise als Pilotmodell für die Arbeit der Projektgruppe „BuLiz – Bundesweite Lizenzierung" der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und der Hochschulrektorenkonferenz, In dieser Initiative arbeiten zwei Direktoren der baden-württembergischen Universitätsbibliotheken mit: Frank Scholze, UB Karlsruhe, und Antje Kellersohn, UB Freiburg, Sprecherin der Projektgruppe.

Dem Verhandlungsteam des Konsortiums Baden-Württemberg gehörten neben Dr. Antje Kellersohn Dr. Veit Probst (UB Heidelberg), Dr. Annette Scheiner (Geschäfts-führung Konsortium BW, UB Freiburg) und Anne Otto (UB Konstanz) an.

 

Vertragsunterzeichnung:

 

 

Konsortium:

 

Weitere Informationen zum Konsortium Baden-Württemberg:
www.konsortium-bw.de

Weitere Informationen zum Positionspapier der Landesregierung:
http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/wissenschaft-unter-neuen-rahmenbedingungen-mit-e-science

Kontakt:
Dr. Antje Kellersohn
Leiterin des Konsortiums Baden-Württemberg
Direktorin der Universitätsbibliothek Freiburg
Tel.: 0761-203-3900
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.lrk-bw.de/index.php/pressemitteilungen

Gemeinsame PM MWK/LRK Baden-Württemberg

 

Stuttgart, 17.10.2014
Kommentar zur Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums zur Stärkung der Hochschulautomonie:

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, sagte zu der Neuregelung: „Die Ernennung der Professoren durch die Hochschulleitung ist ein richtiger Schritt zu mehr Autonomie, den die Universitäten schon seit Jahren gewünscht haben. Durch die Verkürzung der Verfahren werden wir offene Professorenstellen deutlich schneller besetzen können und im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe konkurrenzfähiger. Wir freuen uns, dass die Landesregierung unser Anliegen aufgegriffen hat."

www.lrk-bw.de/index.php/pressemitteilungen

 

 

Stuttgart, 01.10.2014

Pressemitteilung

Universitäten fordern Signal der Politik zur künftigen Finanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Vorsitzender der Rektorenkonferenz in Baden-Württemberg:
„Forschungsfähigkeit der Universitäten akut bedroht"

Die baden-württembergischen Universitäten begrüßen die Entscheidung des Bundes, die Evaluation der Exzellenzinitiative in die Wege zu leiten und hierzu eine hochkarätig besetzte Kommission unter Leitung des Schweizer Physikers Dieter Imboden einzusetzen.

„Das ist ein richtiger Schritt", erklärt der Vorsitzende der baden-württembergischen Rekto-renkonferenz, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer für die bei der Exzellenzinitiative besonders erfolgreichen Landesuniversitäten. „Wir gehen davon aus, dass die Evaluation zu einer Fortführung des Programms führen wird. Aber damit wird nur ein Teil des Finanzierungs-problems angegangen."

Trotz der erfolgreichen Verhandlungen um die künftige Landesfinanzierung und der positi-ven Signale zur Exzellenzinitiative sind die Universitäten finanziell weiterhin auf Ebene des Bundes akut bedroht. Denn immer noch offen steht ab 2015 die Fortführung der sogenann-ten Programmpauschale, durch die der Bund über die Deutsche Forschungsgemeinschaft Vorhaben mit 20 Prozent des Projektvolumens bezuschusst. Die Mittel werden verwendet, um einen Teil der Kosten für die notwendige Infrastruktur zu decken.

Nach Baden-Württemberg flossen im Rahmen der DFG-Programmpauschale allein 2012 rund 46 Millionen Euro. »Gerade für die forschungsstarken Universitäten Baden-Württembergs käme der Wegfall der Programmpauschalen einer Katastrophe gleich«, sagt der Vorsitzende der baden-württembergischen Rektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer. »Ohne die Programmpauschale werden wir im For-schungsbereich handlungsunfähig. Die Landesfinanzierung ist bereits mit der Finanzierung des Studienplatzausbaus und der Erhöhung der Grundfinanzierung an der Grenze ihrer Leistungskraft. Bei der Forschung können wir auf den Bund nicht verzichten.«

Bisher gibt es noch kein Bekenntnis zum Erhalt der Programmpauschalen. Auf die im Juli 2014 geäußerte Forderung des Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, für die Wissenschaft rasch Klarheit und Planungsperspektiven zu schaffen, habe die Bundes-politik noch immer nicht reagiert. Die Zeit dazu werde immer knapper, da die Vorlaufzeiten für die Projektanträge häufig bis zu einem Jahr betragen. Die Planungsunsicherheit zwinge die Universitäten paradoxerweise unter Umständen, gutachterlich bewilligte Projekte abzu-lehnen.

»Ohne das notwendige Geld, werden wir ins Mittelmaß zurückfallen, weil wir keine guten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr als Professoren gewinnen können,« be-fürchtet Schiewer. Die Besten könne man nur mit einer guten Forschungsinfrastruktur an-werben, die in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern je Professur mindes-tens eine Million Euro koste, erläutert Schiewer. Er fordert die Landespolitik auf, sich beim Bund für den Erhalt und die erforderliche Erhöhung der Programmpauschale einzusetzen und appelliert an die Bundeskanzlerin, hierfür im Kabinett und in der Regierungskoalition zu werben.

PM Programmpauschale.pdf

 

 

Stuttgart,16.09.2014

Pressemitteilung

Universitäten gegen Kürzungen des EU-Forschungsetats –

Auswirkungen auf Baden-Württemberg befürchtet 

„Das ist das falsche Signal für die Zukunft Europas und der Technologieregion Baden-Württemberg“, kommentiert der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer die Planungen des EU-Rats zur Kürzung des Forschungsetats im Haushalt für 2015 um mehr als eine Milliarde Euro. Er begrüßt die Äußerungen der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, die nichts an Deutlichkeit vermissen lassen.

Forschung und Technologie seien die entscheidenden Faktoren für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas. Wenn man auf diesen Feldern keine Fortschritte erziele, werde Europa zwangsläufig zurückfallen, weil die entsprechenden Wirtschaftszweige in andere Hochtechnologieregionen abwandern würden. „Um auch künftig innovativ zu sein, brauchen Wissenschaft und Wirtschaft ein innovatives Umfeld und forschungsnah ausgebildete Absolventen. Die EU-Forschungsprogramme bilden dazu eine unverzichtbare Säule“, sagt Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer. Dies gelte besonders für Baden-Württemberg, das die innovationsstärkste Region in Europa sei und auch entsprechend stark von diesen Programmen profitiert habe. In den Jahren 2007 bis 2013 seien von deutschlandweit 6,196 Milliarden Euro 1,4 Milliarden Euro nach Baden-Württemberg geflossen. Die ab 2015 geplanten Einschnitte würden Universitäten und Wirtschaft deutlich zu spüren bekommen. Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer appelliert an die Landes- und Bundespolitik, sich auf Ebene der Europäischen Union dafür einzusetzen, den Forschungsetat nicht zu beschneiden. Zukunft heiße: Forschung und Innovation müssen die höchste Priorität für die europäische Wissensgesellschaft erhalten.  

www.lrk-bw.de

PM Kürzungen EU-Haushalt

 

Stuttgart, 24.07.2014

Pressemitteilung der Vorsitzenden der Universitätsräte der Universitäten in Baden-Württemberg

Universitätsräte zur Erhöhung der Grundfinanzierung der Landesuniversitäten

Der Universitätsratsvorsitzende der Universität Freiburg, Prof. Burkart Knospe, begrüßt stellvertretend für die baden-württembergischen Universitätsräte die Eckpunkte der Landesregierung zur künftigen Hochschulfinanzierung.

Die Landesregierung habe seit Mai 2014 in verschiedenen Pressemitteilungen und öffentlichen Stellungnahmen angekündigt, mit der Nachfolgeregelung des laufenden Solidarpakts die Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen zu wollen. „Am gestrigen Mittwoch hat die Landesregierung einen konkreten Rahmen für die Finanzierung genannt. Das ist ein wichtiger Schritt für die Universitäten, die damit auch in den kommenden Jahren zukunftsfähig ausgestattet werden können", sagt Knospe, von Berufs wegen Unternehmer und Vorstandsvorsitzender der Testo AG. Die Erhöhung der Grundfinanzierung und der Inflationsausgleich seien dringend notwendig, damit die Landesuniversitäten wettbewerbsfähig bleiben, so Prof. Knospe. Baden-Württemberg als Hochtechnologieregion brauche für seine Wirtschaft forschungsstarke Universitäten.

Die Vorsitzenden der Universitätsräte seien erfreut, dass die Landesregierung folgende Forderungen der Landesuniversitäten für den neuen Solidarpakt erfüllen wolle:

- entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrats einen jährlichen Anstieg in Höhe des Inflationsausgleichs plus einem Prozent auf die Sach- und Investitionsmittel und Übernahme der tatsächlich anfallenden Personalkosten;

- Erhöhung der Mittel für die Energie- und Betriebskosten mindestens auf die Summe der im Jahr 2014 tatsächlich angefallenen Kosten;

- dauerhafte Überführung der Ausbauprogramme/Zweitmittel in die Grundfinanzierung;

- Weiterfinanzierung des Landesanteils für die erfolgreichen Projekte in der Exzellenzinitiative.

Während die Universitätsratsvorsitzenden des Landes großes Verständnis und Sympathie für die Haushaltskonsolidierungsbemühungen der Landesregierung haben, sprechen sie sich dennoch geschlossen für eine Anpassung der Etats für die Universitäten an die gestiegenen Erfordernisse an Wissenschaft und Lehre aus. Prof. Burkart Knospe erklärt: „Die Eckpunkte sind ein Erfolg für die Landesregierung, aber auch für die Universitäten. Der hohe Einsatz der Universitäten, ihrer Gremien und Mitglieder hat sich offensichtlich gelohnt." Jetzt komme es auf die Detailverhandlungen an, die in den nächsten Wochen und Monaten geführt werden. Die Universitätsräte würden dies konstruktiv begleiten und sich bei Bedarf auch weiterhin zu Wort melden.

Die Universitätsräte der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Hohenheim, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm.

PM Uniräte 24.07.2014

CV Knospe

 

Stuttgart, 23.07.2014

„Durchbruch bei der Hochschulfinanzierung geschafft“ – Landesrektorenkonferenz kommentiert Eckpunkte der Landesregierung – Land geht auf Forderungen der Landesunis ein

Die heutige Vorstellung der Eckpunkte der neuen Hochschulfinanzierung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid werten die Universitäten als wegweisend für die Hochschulfinanzierung in Deutschland.

„Baden-Württemberg wird sich damit wieder an die bundesdeutsche Spitze setzen“, bewertet der Vorstand der Landesrektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer und der Stuttgarter Rektor Prof. Dr. Wolfram Ressel, die Vorstellung der Eckpunkte. Die deutliche Stärkung der Grundfinanzierung sei wegweisend und sichere die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit national und international. „Das Land hat unsere Nöte erkannt und konsequent gehandelt“, erklärt Hans-Jochen Schiewer für die Landesuniversitäten.

Die Überführung der befristeten Ausbauprogramme für die Bachelorstudienplätze in die Grundfinanzierung sei angesichts der dauerhaft hohen Anfängerzahlen ein notwendiger Schritt. „Die Regierungskoalition hat erkannt, dass Baden-Württemberg eine Wissenschaftsgesellschaft ist, in der die Universitäten eine tragende Rolle für die Zukunft des Landes einnehmen.“ Vor allem die Energiekosten, für die die Universitäten zuletzt die Mittel für Forschung und Lehre um weit über 50 Mio. Euro kürzen mussten, und der seit 1998 nicht mehr erfolgte Inflationsausgleich belasten derzeit noch die Haushalte der Universitäten. Hier soll es zukünftig einen Ausgleich geben.

Der Stuttgarter Rektor Wolfram Ressel verbindet mit dem neuen Sanierungs- und Bauprogramm für Universitätsgebäude die berechtigte Hoffnung, dass die Universitäten ihre Eigenanteile deutlich werden zurückfahren können. Bisher mussten die Universitäten die Realisierung von Baumaßnahmen zunehmend aus Mitteln für Forschung und Lehre erbringen.

Die Landesuniversitäten hatten die Öffentlichkeit mit zahlreichen Aktionen und Informationen auf die aktuelle Unterfinanzierung aufmerksam gemacht.

Die Rektoren dankten Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Finanzminister Nils Schmid für ihren persönlichen Einsatz, mit dem sie die erfolgreichen Verhandlungen geführt haben: „Wir freuen uns besonders, dass auch der Finanzminister die Universitäten nicht als Kosten-, sondern als Erfolgsfaktor für das Land sieht. Das ist keineswegs selbstverständlich.“ Wissenschaftsministerin Bauer habe sich in hervorragender Weise für die Hochschulen eingesetzt. „Das rechnen ihr alle Landesuniversitäten hoch an“, so die Rektoren.

Der LRK-Vorstand betonte, die Universitäten gingen zuversichtlich in die Detailverhandlungen, die in den nächsten Monaten für die verschiedenen Hochschularten geführt werden. „Wir sind überzeugt, dass das Land hierbei die hohen Leistungen der Universitäten in Lehre und Forschung sowie die stark gestiegenen Studierenden- und Absolventenzahlen anerkennen und honorieren wird“, erklärten Hans-Jochen Schiewer und Wolfram Ressel für die Universitäten des Landes.

Hier nochmals die Kernforderungen der Landesuniversitäten zum Solidarpakt:

  • -       entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrats ein jährlicher Anstieg in Höhe des Inflationsausgleichs plus einem Prozent auf die Sach-
  •         und Investitionsmittel und Übernahme der tatsächlich anfallenden Personalkosten;
  • -       Ausgleich der Defizite bei den Energie- und Betriebskosten;
  • -       dauerhafte Überführung der Ausbauprogramme/Zweitmittel in die Grundfinanzierung;
  • -       Weiterfinanzierung des Landesanteils für die erfolgreichen Projekte in der Exzellenzinitiative.

Weitere Informationen: lrk-bw.de/aktuell

 

Stuttgart, 18.07.2014

„Planbare Karrieren für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - Bessere Betreuung der Studierenden“ –
Landesrektorenkonferenz kommentiert Wissenschaftsrats-Empfehlung zu Karrierewegen an Universitäten

In seinen „Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten“ fordert der Wissenschaftsrat 7.500 zusätzliche Professorenstellen in Deutschland sowie besser planbare Karrieren für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, hebt die Dringlichkeit der Empfehlung des Wissenschaftsrats hervor: „Wir brauchen in Baden-Württemberg eine bessere Betreuung der Studierenden. 1998 hatten wir im Durchschnitt noch 45 Studierende je Professur, 2012 waren es schon 63.“ Auch sei die Zahl der Stellen, die das Land den Universitäten für wissenschaftliche Mitarbeiter zur Verfügung stelle, anders als die Studierendenzahlen kaum gestiegen.

Der Wissenschaftsrat stelle zu Recht fest, dass die Attraktivität der Universitäten für das Ansehen und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems zentral sei. „Hier gibt es auch in Baden-Württemberg Defizite“, sagt Hans-Jochen Schiewer. Da die Grundfinanzierung inflationsbedingt sinke, werde es immer wichtiger, zusätzliche Forschungsmittel einzuwerben. Aus diesen kann aber nur befristet beschäftigtes Personal finanziert werden. „Wir haben mittlerweile mehr befristete Wissenschaftlerstellen aus Forschungsmitteln als wissenschaftliche Mitarbeiter auf Landesstellen. Das heißt erstens, dass wir nur einem kleinen Teil unserer Forscher eine dauerhafte Karriereperspektive bieten können, und das bedeutet zweitens, dass die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse kontinuierlich steigt“, erklärt Hans-Jochen Schiewer.

Er begrüße den Vorschlag des Wissenschaftsrats, verstärkt weitere (Junior)Professuren einzurichten mit der Option, nach sechs Jahren eine reguläre Professur zu übernehmen (Tenure Track). Als schwierig schätze er die Überlegung des Gremiums ein, die zusätzlichen Professorenstellen zum Teil durch die Umwandlung von vorhandenen Stellen zu schaffen. Dies sei mit der bestehenden Grundfinanzierung der Universitäten nicht zu leisten. „Um schnell einen Strukturwandel herbeizuführen, müssen Sonderprogramme auf 12 Jahre zusätzliche Stellen für Professuren mit Tenure Track bereitstellen. Das ist gut für eine planbare Karriere und gut für die Gleichstellung“, sagt Hans-Jochen Schiewer.

Handlungsbedarf sieht der Vorsitzende der Rektorenkonferenz auch bei den zum Teil nur kurzen Laufzeiten der Nachwuchsstellen. Anhand der Empfehlungen des Wissenschaftsrats wolle man weiter überlegen, wie man die Promotions- und Post Doc-Phasen planbarer gestalten könne. „Wir sind überzeugt, dass die Universitäten in der Lage sind, das Problem der Vertragslaufzeiten autonom zu lösen“, unterstreicht Hans- Jochen Schiewer. Es bedarf keiner neuen gesetzlichen Vorgaben.

 

PM Wissenschaftsrat-Karrierewege

 

Stuttgart, 18.07.2014

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, der Freiburger Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, äußert sich zum Beschluss des Bundeskabinetts zur Änderung von Art. 91 b des Grundgesetzes (Aufhebung des Kooperationsverbots von Bund und Ländern im Hochschulbereich) wie folgt:

„Für die Grundgesetzänderung ist es höchste Zeit. Sie eröffnet mittelfristig eine grundlegende Weiterentwicklung der Wissenschaftslandschaft und des Wissenschaftssystems  in der Bundesrepublik Deutschland. Dies ist Voraussetzung, um mit den Universitäten als „Organisationszentren der Wissenschaft“ die Bundesrepublik zu einer der weltweit führenden Wissenschaftsgesellschaften zu machen und ein international konkurrenzfähiges Wissenschaftssystem zu ermöglichen. Allerdings darf der Bund es nicht bei der Übernahme der Bafög-Finanzierung belassen. Wissenschaft bestimmt unsere Zukunft. Das bedeutet, dass das Wissenschaftssystem überproportionaler Förderung im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Systemen bedarf. Wir brauchen dringend ein langfristiges Engagement des Bundes für Projekte und Einrichtungen an Hochschulen, die vor allem die internationale Sichtbarkeit und Konkurrenzfähigkeit  des deutschen Hochschulsystems stärken. Bisher konnten von der Bundesförderung kontinuierlich und verlässlich nur die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, nicht aber die international aufgestellten Universitäten profitieren. Die Bundesförderung muss Spitzen stärken, nicht Breitenförderung betreiben.“

Wortlaut des Gesetzentwurfs zur Neufassung von Artikel 91b Absatz 1 des Grundgesetzes:

(1) Bund und Länder können auf Grund von Vereinbarungen in Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre zusammenwirken. Vereinbarungen, die im Schwerpunkt Hochschulen betreffen, bedürfen der Zustimmung aller Länder. Dies gilt nicht für Vereinbarungen über Forschungsbauten einschließlich Großgeräten.“

 

Stuttgart, 02.06.2014

„Endlich bewegt sich etwas in Berlin“ -

Landesrektorenkonferenz begrüßt Einigung über Bildungsmittel des Bundes – zusätzlicher Spielraum für das Land

Sechs der neun zusätzlichen Milliarden für Bildung und Forschung sind an die Länder verteilt. Aber was davon kommt bei den chronisch unterfinanzierten Universitäten in Baden-Württemberg an?

Die Landesuniversitäten begrüßen, dass die Parteispitzen Bewegung in die Finanzierung des deutschen Wissenschaftssystems gebracht habe. Entscheidend ist der Beschluss, nun doch eine Verfassungsänderung in Angriff zu nehmen, so die Rektorenkonferenz. „Endlich bewegt sich etwas in Berlin. Es ist zukunftsweisend für die baden-württembergischen Universitäten, dass auf dem Gipfeltreffen der Bundesregierung der Weg zu einer Föderalismusreform im Bereich der Bildungs- und Forschungsförderung bereitet ist.“, sagt der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer. Die Entscheidung sei von besonderer Bedeutung, da sie einen wichtigen Grundstein für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems lege.

Mit der Entscheidung des Bundes, von 2015 an die BAföG-Finanzierung vollständig zu übernehmen, erhalten die Länder jährlich zusätzlich 1,17 Milliarden Euro zur Besserstellung ihrer Hochschulsysteme. Das bedeutet für Baden-Württemberg ein Plus von 71 Millionen Euro jährlich, die den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden müssen. „Wir erwarten, dass der BAföG-Anteil der Hochschulen als frisches Geld ungeschmälert in die Grund-finanzierung fließt. Damit hat der Bund zunächst einmal seine Pflicht erfüllt. Jetzt ist das Land an der Reihe“, betont Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer.

Gleiches gilt für die Entlastung der Länder bei der Finanzierung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Etaterhöhungen gehen zukünftig vollständig zu Lasten des Bundes. Baden-Württemberg wird dadurch im Jahr 2016 um 10,4 und 2017 um 21,3 Millionen Euro entlastet. „Diese Mittel müssen der universitären Forschung in Baden-Württemberg zukünftig zur Verfügung stehen, damit wir international konkurrenzfähig bleiben“, sagt der Rektor der Universität Stuttgart und stellvertretende Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Prof. Dr. Wolfram Ressel.

Offen sind nach wie vor die Verwendung der Exzellenzmittel nach dem Jahr 2017 und die künftige Förderung der Spitzenforschung an den Universitäten. Die Universitäten sehen ebenso wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mit großer Sorge, dass noch keine verbindliche Entscheidung über die zusätzlichen drei Milliarden für die Forschungs-förderung gefallen sind. Hier geht es u. a. um die sogenannte Programmpauschale, die Übernahme indirekter Projektkosten in Höhe von 20 % der direkten Projektförderung des Bundes. „Ohne diese Förderung in Höhe von gegenwärtig 46 Millionen Euro jährlich werden die forschungsstarken Landesuniversitäten in Baden-Württemberg in die Knie gehen“, betont Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer.

 

PM-Bildungsmilliarden

 

Stuttgart, 15.05.2014

Pressemitteilung der baden-württembergischen Universitäten zum Solidarpakt:

„Fünf vor Zwölf an den Universitäten“

In der heutigen Pressekonferenz der Landesrektorenkonferenz der baden-württembergischen Universitäten betonten der Vorsitzende, Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg, und der stellvertretende Vorsitzende, Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, die Notwendigkeit einer ausreichenden Finanzierung der Landesuniversitäten.

Hans-Jochen Schiewer sagte hierzu: „Wenn bei der Finanzierung der Universitäten lediglich der Status quo erhalten wird, bedeutet das die Schließung von Studiengängen und Einrichtungen und den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen deshalb dringend eine Erhöhung der Grundfinanzierung mit einem jährlichen Inflationsausgleich.“ Wolfram Ressel ergänzte: „Wer für die Gesellschaft jährlich 30.000 Absolventen ausbildet und für das Land im Jahr 1,05 Milliarden Euro an Forschungsmitteln einwirbt, darf für seine Leistung nicht bestraft werden.“

Die beiden Vorstände verwiesen darauf, dass laut den am 8. Mai 2014 von der Kultusministerkonferenz veröffentlichten neuen Berechnungen – anders als ursprünglich vorausgesagt – die Studienanfängerzahlen auch nach 2020 kaum zurückgehen werden. Im Jahr 2005 habe man in BW insgesamt 50.000 Studienanfänger gehabt, im Jahr 2020 rechne man mit 72.000 und im Jahr 2025 immer noch mit 67.000. Für die Universitäten bedeute das gegenwärtig, dass trotz der Ausbauprogramme insgesamt 169.000 Studierende auf nur 141.000 vom Land finanzierten Studienplätzen studieren. Eine Besserung sei ohne Zusatzfinanzierung nicht in Sicht. „Ein bildungs- und technologie-intensives Land wie Baden-Württemberg muss entsprechende Rahmenbedingungen gewährleisten“, sagte Hans-Jochen Schiewer.

Der LRK-Vorstand forderte das Land auf, sich von der Überlegung zu verabschieden, dass die Überlast an den Universitäten und Hochschulen des Landes nur ein temporäres Hoch darstelle, dem man mit befristeten Programmen begegnen könne. Für die gestiegene Studierneigung der jungen Menschen müssten dauerhaft Studienplätze geschaffen werden.

Es könne ebenfalls nicht angehen, dass für Forschung und Lehre gedachte Finanzmittel des Landes sprichwörtlich verheizt würden. „Bei allen anderen Hochschulen außer den Universitäten übernimmt das Land die Rechnung für Energie- und Betriebskosten“, wies Wolfram Ressel auf die prekäre Lage hin. Bei den Universitäten gebe es nur die Mittel von 1997, die seitdem trotz der exorbitant gestiegenen Energiepreise nicht erhöht worden seien. „Dafür müssen wir aus freien Personalstellen derzeit 52 Mio. € umschichten. Das ist ungefähr so, als ob Schulen ihre Lehrerstellen nicht mehr besetzen könnten, damit die Heizung nicht abgestellt wird.“

Ebenso greife das Finanzministerium noch zusätzlich in die Kassen der Universitäten. Hans-Jochen Schiewer stellt klar: „Für Gebäude und Sanierungen ist in Baden-Württemberg das Finanzministerium zuständig. Das Ministerium baut aber im Bereich der Universitäten nur noch, wenn die Universitäten eigene Mittel bereitstellen, die eigentlich für Studierende und Forscher gedacht sind. Hier wurde uns schon deutlich gesagt: wenn ihr nichts dazu gebt, bauen wir woanders.“ Für die nächsten Jahre seien an solchen Kofinanzierungsmaßnahmen schon 240 Mio. Euro eingeplant. Dieses Geld fehlt dann für Lehre und Forschung. Dieser Sanierungsstau müsse endlich aufgelöst werden.

Die Universitäten seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Bisher habe man nur durch die extern eingeworbenen Forschungsmittel (1,05 Mrd. Euro einschließlich der Medizin im Jahr 2012) den finanziellen Kollaps vermeiden können. „Diese Mittel sind ein zusätzlicher Bonus für das Land“, stellte Hans-Jochen Schiewer die Leistungen der Universität dar. Mit jedem eingeworbenen Euro erhöhe man die Wertschöpfung im Land um 2,30 Euro, wie eine Studie der Rektorenkonferenz ergeben habe. Hierfür müsse es einen Sonderbonus in Höhe von 5 % geben, um weiterhin konkurrenzfähig zu sein.

„Wir brauchen endlich einen Inflationsausgleich für den seit 1997 nicht mehr erhöhten Grundhaushalt“, hielt der LRK-Vorstand die Forderung der Universitätsleitungen fest. Außer vom Wissenschaftsministerium, das die Notwendigkeit anerkenne, habe man trotz der seit über einem Jahr geführten Gespräche immer noch keine konkreten Aussagen des Landes und des Finanzministeriums erhalten. Die Landesuniversitäten werden ihren Unmut an einem gemeinsamen Aktionstag am 21. Mai mit Kundgebungen, Infoständen und Aktionen deutlich äußern.

„Für die Universitäten ist es fünf vor zwölf“ erläuterten Hans-Jochen Schiewer und Wolfram Ressel die Lage. Wenn man an den Universitäten weiter spare, seien Streichungen und Schließungen zwangsläufig die Folge.

Anlage: 8 Kernpunkte für einen neuen Solidarpakt für die Universitäten

8 Kernpunkte für einen neuen Solidarpakt für die Universitäten

 

Universitäten sind gehört worden – weitgehende Zufriedenheit mit dem neuen Landeshochschulgesetz

 

Neuer Vorstand der Landesrektorenkonferenz ab 1. April 2014 

Wechsel an der Spitze der Landesrektorenkonferenz – neuer Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz ab

1. April 2014 wird Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg, Stellvertreter wird Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart.

Die Rektoren und Präsidenten der baden-württembergischen Universitäten haben einen neuen Vorstand: Zum Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz für die Amtszeit vom 01.04.2014 bis 31.03.2016 wurde am 28. Februar 2014 der Rektor der Universität Freiburg, Professor Dr. Hans-Jochen Schiewer, einstimmig mit einer Enthaltung gewählt. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Prof. Dr. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, gewählt.

Unabdingbar für die Zukunft der Universitäten sei, so der neugewählte Vorsitzende Hans-Jochen Schiewer, eine solide Finanzierung der Universitäten. „Angesichts der immens gestiegenen Studierendenzahlen und einer jährlichen Drittmitteleinwerbung in Milliardenhöhe kann im Hochschulsystem nicht gespart werden“, so drückte Hans-Jochen Schiewer die Hoffnung der Landesuniversitäten auf eine deutliche Erhöhung der Grundfinanzierung aus. „Der neue Solidarpakt muss den Universitäten als Innovationsmotor des Landes eine solide finanzielle Zukunftsperspektive geben.“

Inhaltlich will Hans-Jochen Schiewer sich in seinem neuen Amt auf die Herausforderungen der Universitäten in der digitalen Welt konzentrieren: „Unsere Studierenden als Digital Natives sind mit einem ganz neuen Verständnis von Informations-technologie aufgewachsen. Darauf müssen sich die Universitäten einstellen“, sagte er anlässlich seiner Wahl heute in Stuttgart. E-Science und E-Learning seien für eine zukunftsorientierte und international konkurrenzfähige Wissenschaft unerlässlich.

Hierbei, aber auch generell werde man künftig verstärkt auf Kooperationen setzen. Kooperation bedeute, dass jeder seine Stärken zum gegenseitigen Nutzen einbringt. Partner können internationale Universitäten wie beim European Campus der Metropolregion Oberrhein, andere Hochschularten, aber auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sein. „Nur so können wir starke Synergieeffekte erzielen“, hob Hans-Jochen Schiewer hervor.

Ein besonderes Augenmerk wird der neue Vorstand auf die Reform der Lehrerbildung richten. Als Vertreter eines lehrerbildenden Fachs, der Germanistik, amtierte Hans-Jochen Schiewer bisher bereits als Sprecher der Rektorenkonferenz in Fragen der Lehrerbildung. In nächster Zeit wird er die Umstellung der Lehramtsfächer an den Hochschulen vom Staatsexamen auf das Bachelor-/Mastersystem begleiten. Hierbei wolle man auf einem fachwissenschaftlichen Bachelor aufbauen, der den Absolventen sowohl das Lehramt als auch einen fachwissenschaftlichen Masterabschluss eröffne. „Wir wollen den jungen Menschen nach dem Bachelorabschluss die Wahlfreiheit ermöglichen“, unterstrich Hans-Jochen Schiewer die Haltung der Landesuniversitäten.

Der Germanist Hans-Jochen Schiewer, Jahrgang 1955, leitet seit 2008 als Rektor die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und wurde im Januar für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Wolfram Ressel, geb. 1960 in München, Bauingenieur, ist seit 2006 Rektor der Universität Stuttgart.

 

Katharina Kadel
Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg

Etzelstraße 9

70180 Stuttgart

Telefon: 0711 120 933 61

Telefax: 0711 120 933 66

 

Pressekonferenz “Unis in Not” der LRK an der Universität Stuttgart am 15.5.2014 um 13:00 Uhr

Einladung PK Solidarpakt 15.05.2014